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Daten zum Golf

(Oktober 2002)

 

Um im Fahrtwind der Szene ganz vorne mitzufliegen, sind konkrete Ideen und krasse Eigenbauten gefragt. "Trotz Kompressor ist meine Flügeltürer mehr auf Haltbarkeit, denn auf Leistung ausgelegt", fasst Christian Schwanninger seine Intention zusammen.

Der Chemiearbeiter und gelernte Heizungsbauer konnte praktische Erfahrungen von insgesamt zehn Wolfsburgern sammeln, die er im Laufe der Jahre optisch und technisch umgerüstet hat. Die Motivation des Flügeltür-Umbaus lieferte ein VW Magazin. "Des probierst einfach mal" klingt Tatendrang im O-Ton Süd und damit war der Umbau beschlossene Sache. Die mechanische Umsetzung realisierte er mit Hilfe seines Kumpels Mario. Zunächst wurde die A-Säule mit einem 10er Formrohr und die Fensterrahmen mit Flacheisen verstärkt. Eingeschweißte und mit Schweißmaterial aufgefüllte Türband-Scharniere stabilisieren die Flügel am oberen Fixpunkt der A-Säule. Der Kern des Problems liegt bei der Positionierung der Dämpfern, da Öffnungswinkel und Spaltmasse im geschlossenen Zustand durch ständiges Ausprobieren aufeinander abgestimmt werden müssen. Der aufgetragene Spachtel reißt sehr gerne und verlangt ständig Nachbearbeitung, beschreibt Christian das noch nicht gelöste Problem. Neben diesem mit kannibalisierten Audi Türgriffen bestückten Highlight zeigt der Golf weitere Errungenschaften der Szene. Die Frontpartie imitiert das Gesicht des Golf IV Cabrios mit verlängerter Motorhaube, doch die in der Szene kursierende Aussage "einfacher Umbau" kann Christian nicht bestätigen. Vor allem im Bereich der Kotflügel sind gravierende Änderungen notwendig, zudem stimmt keine Halterung und Aufnahme überein. Die Lüftungsschlitze sind weder vom Mercedes Diesel, noch vom T4, sondern wurden aus der Innenschale einer Scirocco-Tür herausgetrennt. Erhebliche Blechänderungen verlangt auch die Integration des Audi TT Tankdeckels, da die Innenaufnahme des Türchens nicht mehr übereinstimmt. Die Blechverkleidung am Heck hat praktische Gründe, weil die Öffnungen der Stosstange geschlossen wurden und der Kunststoff nicht mehr lackierfähig ist. Die Heckhaubenöffnung funktioniert elektrisch, in dem zwei Pimmelchen der C-Klasse die Haube pneumatisch aufstoßen. Hinter der Haube verbirgt sich ein Eigenkreation in poliertem Alu, Glas und Beleuchtungseinheiten. Größte Schwierigkeit war die Aufhängung der Endstufen und die Verkabelung durch die Stützrohre. Das Interieur ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiegelkabinett. Motiviert von einem anderen Golf III schnitt Christian einzelne Blechstreifen zurecht und verteilte diese auf schmucklose Kunststoffflächen. Der Nachschub in Sachen Alubleche ist für ihn gewährleistet, da in seiner Nachbarschaft ein großer Fertigungsbetrieb Tafeln in 2 qm Abmessung verkauft. Da lässt sich auch mal rund um die Lüftungsklappen experimentieren, ohne dass man bei zu viel Verschnitt um weitere Versorgung fürchten muss.

Mit dem Urgedanken des 1975er GTI stimmte der Golf III mit 115 PS nicht mehr überein. Die weltweite Konkurrenz hatte kräftig nachgerüstet und nagte am Image des Marktführers. "Grenzgänger" Christian wohnt in einer Region, in der Handel und Einbau von Kompressoren fast zur Normalität gehören. SLK Kompressoren sind gängige Maßnahmen zur Steigerung von VW Motoren. Christian baute seinen Kompressor nicht stehend, sondern liegend ein, damit beide Lager im Öl baden. Maximal 0,75 bar schont die auf Haltbarkeit ausgelegte Technik, weil das Mercedes Laderrad mit Magnetkupplung zu hohen Ladedruck verhindert. Die Maschine wurde mittels klassischem Tuning darauf vorbereitet, wobei Drehmoment statt Drehzahl im Vordergrund steht. Dennoch sind alle Leitungen für NOS bereits verlegt. Die "falsche Flasche" dient nur zur Show, doch zur Aktivierung des Lachgases braucht nur eine blaue NOS Flasche angeschlossen werden. Auch das Ausatmen der geladenen GTI Maschine zählt zur Nicht-alltäglichen Art und Weise. Hinter dem Fächerkrümmer schließt sich eine modifizierte Remus Anlage mit doppelten Gruppe N Rohren an, die in ein mittig verlegtes DTM-Ovalendrohr mündet. Über die nominale Leistung verliert Christian kein Wort, sondern nur ein Fragezeichen. Der Golf Kompressor fliegt!

FACTS:
TYP:
Golf III GTI
MOTOR:
2,0 Liter mit SLK Kompressor, Mercedes Laderrad mit Magnetkupplung, max 0,75 Bar Ladedruck, Klassisches Tuning mit polierten Kanälen, Nockenwelle, Ladeluftkühler Fiat Ducato, NOS Flasche (leer) angeschlossen, Samco Druckschläuche, Optik: Teile lackiert, verchromt oder poliert
RÄDER:
nachträglich polierte Brock B2 in 9x16 Zoll VA: ET30, HA ET15 mit je 10mm Scheiben,
FAHRWERK:
KW Gewindefahrwerk
AUSPUFF:
Fächerkrümmer von Hartmann
Remus Halbanlage mit Gruppe N Rohr, Endrohr mittig verlegt
SPOILER:
Keine
INTERIEUR:
Teile lackiert und mit Alu verkleidet, Audi TT Pedale, 30cm Victor Lenkrad, Sparco Sitze, transparente Zifferblätter mit blauer Beleuchtung vom Golf IV, Zeigerstellung 12 Uhr, Hifi: Clarion Tuner mit 6-fach Wechsler 3 Phillips Endstufen, Infinity Subwoofer, 2x25 MTX Bässe, 2x20er Ceeroy Bässe, 25er Apine Bass im Fußraum, Kenwood 2-Wege Frontsystem Ceeroy 2-Wege Hecksystem, Brax Kondensator,
EXTRAS:
Selbst entwickelte Flügeltüren mir Dämpfer von Bonrath für Heckklappe Golf 3, Front vom Golf IV Cabrio mit Motorhaubenverlängerung in Blech, Mercedes Wischer, , Heckklappe clean, Audi Türgriffe, Audi TT Tankdeckel, Klarglasrückleuchten, elektrische Heckhaubenöffnung mit Peilstäben der Mercedes C-Klasse, Seitenspiegel vom Beetle, Lüftungsschlitze aus Scirocco Fahrertür, Radläufe vorne um 20, hinten um 30mm gezogen, Lackierung Silverstone Blue 
DANKE AN:
Erwin (Karosserie), Mario (Motor), Matschke, Gudrun

text & fotos: michael kolb, fotografiert in Pfaben/Steinwald, erschienen in Autotuning 10/2002

 Silverwings  
Flügeltür-Golf aus Autotuning 10/2002



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